Spur führt vom Morphium zum Dopingmittel

Westfälisches Volksblatt – Paderborner Kultur – 1. März 2016 – von Isabell Waschkies

Rita Maria Fust widmet ihren zweiten Roman dem Apotheker Sertürner

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Bildunterschrift im Artikel: Die Autorin Rita Maria Fust neben einer Skulptur des Apothekers Sertürner, die vor dem Neuhäuser Schloss steht. Foto: Fust

Paderborn (WV). In der Cramerschen Hofapotheke am Markt in Paderborn forschte Friedrich Wilhelm Adam Sertürner am Opium und entdeckte im Winter 1804/1805 das „schlafmachende Prinzip“ – später Morphium genannt. Rita Maria Fust veröffentlich dazu den historischen Roman „Die Gunst der Königin“.

Die Fakten sind gut recherchiert und so authentisch wie möglich die Handlung integriert. „Besonders zu lesen war, wie Sertürner in einem Bericht seine Selbstversuche mit Opium beschreibt“, sagt Rita Maria Fust. Die „besten Stellen“ seien als Zitate in den Roman eingeflossen. „Das mache ich gerne so, denn es ist eine Möglichkeit, durch die alte Wortwahl den Geist der Zeit wieder aufleben zu lassen“, erklärt die Autorin, die 1971 in Paderborn geboren ist und seit 16 Jahren in Lippstadt lebt – dort ist auch ihr Roman angesiedelt.

Sertürner hatte mindestens einen Neider. Der fiktive Apotheker Conasmann wird angetrieben durch Größenwahn und hat nur ein Ziel: die Gunst der Königin. Deshalb will er den preußischen Soldaten im Kampf gegen Napoleon zum entscheidenden Sieg verhelfen und geht auch über Leichen, um ein universelles Mittel zur Leistungssteigerung und gegen Schmerzen zu entwickeln. Doch ein erbittert geführter Konkurrenzkampf der drei Apotheken Lippstadts behindert Conasmanns Forschung – oder liegt es doch nur an dessen Unvermögen?

Das Besondere an dem historischen Roman ist, dass er nicht nur in der Vergangenheit spielt, sondern auch in der Gegenwart – 2012. Doping bestimmt die reale und die fiktive Presse: Lance Armstrong muss seine Tour de France-Siege abgeben, die weißrussische Kugelstoßerin verliert ihre olympische Goldmedaille und in Lippstadt stirbt ein Sportler beim Altstadtlauf. Der Journalist Oliver Thielsen – bereits bekannt auch Fusts erstem historischen Roman „Der Kaufmann von Lippstadt“ – beobachtet einen Apotheker, der vorgibt, nur seine Arbeit zu machen, doch die Todesfälle häufen sich.

Rita Maria Fust gelingt es in ihrem neuen Roman „Die Gunst der Königin“, die Doping-Problematik der Gegenwart mit der Entdeckung des Morphiums zu verbinden, ohne dem Ansehen Sertürners zu Schaden. Sie betont: „Schließlich haben wir ihm viel zu verdanken.“

Der Roman „Die Gunst der Königin“ erscheint an diesem Mittwoch. Lesungen finden am 17. März in der Buchhandlung Linnemann und am 7. April in der Schlossbibliothek statt.

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Der Artikel wurde in voller Länge mit freundlicher Genehmigung von Isabell Waschkies (Westfälisches Volksblatt) hier veröffentlicht.

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